Identifikation neuer diagnostischer Biomarker für das Prostatakarzinom

Von PD Dr. med. Igor Tsaur
Klinik für Urologie und Kinderurologie
Goethe-Universität

Berichterstattung der Vorarbeiten im Jahr 2014

Lösliche Proteine, die eine signifikante Rolle für die Tumorgenese oder – dissemination verschiedener Neoplasien spielen und somit eventuell als molekulare Biomarker fungieren könnten, wurden auf ihr diagnostisches Potential beim Prostatakarzinom (PCa) mittels Proteome ProfilerTM Antibody Array in Serumproben von 20 PCa Patienten und 10 Kontrollen überprüft. Es wurden Kandidatenmoleküle mit der größten Expressionsdifferenz zwischen den Tumor- und Kontrollpatienten identifiziert und einer weiteren, exakten Analyse mittels des ELISA-Testverfahrens unterzogen

Insgesamt bei 172 PCa und 20 gesunden Kontrollpatienten wurden ELISA-Messungen bzgl des Proteingehalts von E-Selectin, sE-Cadherin, TIMP1, MMP2, MMP9, Galectin und Clusterin durchgeführt. Derzeit werden die Expressionsprofile der einzelnen Kandidatenproteine im Hinblick auf die klinisch-pathologischen Parameter der Patienten ausgewertet (u.a. Expressionsunterschied bei Tumorpatienten versus gesunden Probanden, Korrelation mit dem präoperativen PSA-Wert, T-Stadium, N-Status des Lymphknotenbefalls, Grading und Gleason Score der Prostatastanzbiopsie und Prostataresektats, R-Status und Status der Perineuralscheideninvasion (Pn1) des endgültigen Präparats der radikalen Prostatektomie).

Desweiteren wurde als Vorbereitung für die Fortsetzung des Projekts die Funktionalität des Kandidatenmoleküls Chemokine (C-C motif) ligand 2 (CCL2) in vitro analysiert. CCL2 wurde zuvor als bei PCa Patienten hochreguliertes Molekül identifiziert (1). Wir konnten anhand biologischer Modellsysteme demonstrieren, dass CCL2 die Adhäsion von PCa-Zellen stimuliert und Veränderungen spezifischer Adhäsionsrezeptoren vom Integrintyp an der Zelloberfläche induziert. Die Veränderungen korrelierten mit dem aggressiven Adhäsionsverhalten der Tumorzellen. Eine Blockade der Integrine könnte somit therapeutisches Potential für das fortgeschrittene und metastasierte Prostatakarzinom beinhalten. Diese Studie wurde kürzlich publiziert (2) und die Dr. Illing Stiftung als Sponsor aufgeführt.

 

Referenzliste

  1. Tsaur I, Makarevic J, Oppermann E, Waaga-Gasser A-M, Gasser M, Borgmann H,
    Huesch T, Gust K, Reiter M, Schilling D, Bartsch G, Haferkamp A, Blaheta R (2014) CCL2 chemokine as a potential biomarker for prostate cancer: a pilot study. Cancer Res Treat in press.
  2. Tsaur I, Rutz J, Makarević J, Juengel E, Gust KM, Borgmann H, Schilling D, Nelson K, Haferkamp A, Bartsch G, Blaheta RA. CCL2 promotes integrin-mediated adhesion of prostate cancer cells in vitro. World J Urol Sep 2. 2014 [Epub ahead of print].

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