„Identifikation neuer Biomarker beim Prostatakarzinom“

Von: PD Dr. med. Igor Tsaur

Die Arbeiten mit der Identifikation diagnostischer und predikativer Biomarker aus dem Patientenserum konnten erfolgreich abgeschlossen werden. Bei der endgültigen Auswertung der Ergebnisse von 165 Patienten mit dem Prostatakarzinom (PCa) sowie 19 gesunden Kontrollen zeigte sich sE-Cadherin als ein sensitiver Biomarker für die Unterscheidung zwischen den Kranken und Gesunden, und korrelierte überdies mit der Gleason Summe in dem Prostatektomiepräparat. Desweiteren korrelierte die Expression des Moleküls mit dem höchsten Gleason Muster und vermochte es, unabhängig vom PSA- Wert die Patienten vorherzusagen, welche ein Upgrade von der Gleason Summe im Prostatektomiepräparat sowie aggressive Tumoren mit der Gleason Summe ≥ 7 aufwiesen. Andere Moleküle wie TIMP1, Galectin, Clusterin und MMP9 zeigten eine unterschiedliche Expression in PCa vs. gesunden Patienten. Darüber hinaus stand die Expression von MMP2, MMP9, TIMP1 und Clusterin in Korrelation zur Gleason Summe des Prostatektomiepräparats. Die Ergebnisse unserer Arbeiten wurden dieses Jahr im hochrangingen Journal, „Journal of Experimental and Clinical Cancer Research“, publiziert [1].

Basierend auf diesen Ergebnissen zeigt sich das Molekül sE-Cadherin als am Besten geeignet, um weitere funktionelle Analysen in zellbiologischen Modellen vorzunehmen. Aktuell laufen Versuche zur Analyse des Einfluss von sE-Cadherin in Zellkuluren auf die Eigenschaften des Zellwachstums und – proliferation sowie molekulare Analysen der Zellzyklusproteine und intrazellulärer Signalwege. Im Anschluss daran werden die kinetischen Eigenschaften der Zellen untersucht, um anschliessend spezifische Blockadestudien durchführen zu können. Die ersten Ergebnisse zeigen ein verändertes Wachstumsverhalten der PCa-Zellen auf die Zugabe der Substanz, was die Hypothese der kausalen Rolle von sE-Cadherin in der Tumorgenese des PCa bestätigt. Bis Ende 2015 ist geplant, den zellbiologischen Teil der Versuche mit sE-Cadherin abzuschliessen.

Diese vielversprechenden Ergebnisse machen die Fortsetzung und Erweiterung des Projekts sinnvoll, um einen tieferen Einblick in die Zusammenhänge zwischen E-Cadherin und weiteren Oberflächenrezeptoren wie Integrine mit anderen wichtigen Mechanismen der PCa-Tumorgenese zu bekommen und ggf. neue therapeutische Ansätze herausarbeiten zu können.

Literatur
1. Tsaur I, Thurn K, Juengel E, et al. sE-cadherin serves as a diagnostic and predictive parameter in prostate cancer patients. J Exp Clin Cancer Res 2015; 34: 43.

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